Am Zugfriedhof von Thessaloniki

Thessalonikis verlassene Züge

Wir haben einen neuen Schreiberling und Fotografen im Team 🙂 ! In Oktohänzis ersten Artikel erzählt er uns von seinem Besuch am Zugfriedhof von Thessaloniki – ein ganz besonderes Erlebnis, das zum Nachmachen anregt!

Schon vor längerem habe ich von einem riesigen Zugfriedhof in Thessaloniki, meiner neuen Wahlheimat, gehört. Nicht nur einige wenige, sondern gleich hunderte verlassene Züge sollen hier seit Jahrzehnten vor sich hinrosten. Da mich verlassene Orte schon immer faszinierten, machten mein Freund und ich uns schließlich, bepackt mit unserer Fotoausrüstung, auf den Weg.

Die Suche entpuppte sich als aufwändiger als gedacht. Kaum zu glauben, dass sich die unzähligen Wagons unseren prüfenden Blicken so lange entziehen konnten. Dabei stehen sie gleich neben den Wohnhäusern. Selbst die lokalen Bewohner waren uns kaum eine Hilfe.

Wir gaben nicht auf und zu guter Letzt erreichten wir das Gelände dann doch und stürzten uns mit großer Freude in die ersten Wagons.

Das Erkunden der fremden Welt begann. Glassplitter, Spinnennetze und rostiges Metall waren unsere ständigen Begleiter. Stundenlang kämpften wir uns durch die mit Graffitis verzierten und Pflanzen überwucherten Züge. Wir entdeckten einen kleinen ausgetretenen Weg, der zwischen zwei Gleißen entlang führt. Der einzige Hinweis, dass sich noch andere Menschen hierher verirren. Getroffen haben wir nämlich den ganzen Tag keinen einzigen. Stattdessen begleitete uns ein freundlicher, streunender Hund auf unserer Erkundung.

Nun ein paar Fakten zum Zugfriedhof: Seit den 80er Jahren stellt die Hellenic Railway Organisation (ΟΣΕ), Griechenlands nationales Bahnunternehmen, alte Züge auf diesem ständig wachsenden Areal ab. Es gab einen Versuch sie als Altmetall zu verkaufen, welcher jedoch scheiterte. Die Wägen blieben also dort stehen, wo sie sind, und allmählich verrosten sie hier, Wind und Wetter ausgesetzt.

Ich finde, ein bisschen traurig schauen sie schon aus, die verlassenen Züge, aber gleichzeitig bergen sie auch eine unheimliche Schönheit. Nun aber genug der Worte. Hier ein paar Fotos für alle, die sich ihr eigenes Bild von dieser fremden Welt machen wollen:

Für alle Thessaloniki-Reisenden, Fans des Verfalls und motivierten Nachmacher > Wenn ihr den Friedhof besuchen möchtet, erreicht ihr ihn mit den Bussen 51, 54 oder 54A von Thessaloniki’s Zugbahnhof aus. Steigt einfach an der ersten Station nach der Kreuzung mit der E90 aus, spaziert über die Bahngleise und folgt dann ihrem Lauf. Allen, die tiefer in den Wagenjungel vordringen wollen, sei angeraten mit langer, dicker Kleidung  loszulegen. Je weiter ihr vordringt, desto mehr ist der Weg von Brennnesseln und Stachelpflanzen versperrt.

So meine Lieben, das wars für heute aus Thessaloniki 🙂

An alle, die mehr von der Oktotussi hören möchten > Werdet unsere Facebook-Freunde oder besucht uns auf unsrer Homepage!

2 Comments
  1. Wow, tolle Fotos!
    Ich liebe es auch alte Dinge, Gebäude, Tunnel…. zu erforschen. Bin als Geocacherin absoluter Lost-Place-Fan. Der „Verfall“ erzählt immer seine ganz eigene Geschichte und läd ein zum Träumen und Zeitreisen.
    Schade, den Zugfriedhof werde ich wohl nicht persönlich kennenlernen. War bestimmt genial dort!
    Viele Grüße
    Lena

    1. Hey Lena 🙂 . Schön so begeisterte Worte von dir zu hören 😀 Vielleicht schaffst du es ja doch mal dorthin! Würd sich auf jeden Fall auszahlen! 🙂

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