Das Glück ist ein Vogel, schnappen wir ihn uns!

the happiness report

Alle die bisher das Glück hatten in Kolumbien reisen zu dürfen, werden sofort bestätigen das wunderbar-flockigleicht-bunte Lebensgefühl der dort lebenden Latinos scheint schwer zu toppen! Das Land des Salsa und des Aguardiente mit seiner abwechslungsreichen Landschaft von Karibik über Dschungel bis zur Wüste, dem boomenden Straßenleben und den Verkäufern, die dir eigentlich gar nichts verkaufen wollen, ist meiner Meinung nach das wahre Land des Lächelns!

Vor Kurzem stieß ich im Internet auf einen Artikel, der von einer Studie berichtete, die genau diese kollektive Glücklichkeit des Landes wissenschaftlich bestätigt. Durch eine einfache Befragung eines Marktforschungsinstituts (WIN/Gallup International), welches 2015 in 68 Ländern Daten erhob, wurde Kolumbien als das glücklichste Land der Welt ermittelt! Basis der Befragung war die einfache Frage: Wie glücklich fühlst du dich persönlich? Als Antwortmöglichkeiten konnte man zwischen sehr glücklich, glücklich, nicht glücklich aber auch nicht unglücklich und unglücklich auswählen.

Die Ergebnisse der Studie heben das Sonnengemüt der Kolumbianer deutlich von den Nächstplatzierten ab: 85% der Getesteten bezeichneten sich selbst als glücklich oder sehr glücklich. Die Fijaner und die Saudis mit einem Anteil von 82% an glücklichen Menschen teilen sich den zweiten Platz, Azerbaijan und Vietnam mit jeweils 81% und 80% folgen dicht darauf. Das traurige Schlusslicht bilden die Iraker, deren Nettoglücklichkeit sogar im Minusbereich liegt (-12%)..

Mit geweckter Neugierde begab ich mich auf die Suche nach einer weiteren Studie, die sich mit der Glücklichkeit der Welt auseinandersetzt. In der etwas umfangreicher gestalteten Untersuchung namens World Happiness Report 2015, die Daten aus etwa 160 Ländern erhob, fand ich nach einigem Stöbern eine Karte zur geografischen Glücklichkeit unserer Welt, die ich hier gleich mal mit euch teilen möchte. Von dunkelgrün (am glücklichsten) bis rot (am unglücklichsten) sind alle Länder gemäß ihrer Glücklichkeit eingefärbt:

Fällt euch etwas auf? Ganz genau! Die Ergebnisse stimmen absolut nicht mit den Ergebnissen der Vorstudie überein. Nach Angaben des World Happiness Report 2015 sind die glücklichsten Länder der Welt von Rang 1 bis Rang 5 nämlich die Schweiz, Dänemark, Island, Norwegen und Kanada.

Nach kurzer Verwirrtheit wurde mir in Anbetracht der Studien-Parameter gleich einiges klar. Beim World Happiness Report 2015 wurden statt persönlicher Einschätzung unter anderem das Durchschnittseinkommen pro Kopf, die gesunde Lebenserwartung, die Verfügbarkeit von sozialer Unterstützung und die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen als Parameter der Glücklichkeit miteinberechnet. Haha, na super! Die von der UNO in Auftrag gegebene Studie untersuchte also nicht, wie glücklich die Menschen wirklich sind, sondern wie glücklich sie in den Augen der UNO erscheinen. Werfen wir nun erneut einen Blick auf die Ergebnisse der WIN/Gallup Erhebung wird sofort klar, die Annahmen der UNO haben zumindest bei den Rangführern wenig mit der Wirklichkeit zu tun. All das viele Geld, das in der Schweiz verdient wird, das gute Sozialsystem und die ganzen Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung die jedem Einzelnen zuteil werden, scheinen nicht zu einer übermäßigen Glücklichkeit der Schweizer beizutragen.

Kolumbien hingegen, das Land das unter dem am längsten anhaltenden Bürgerkrieg aller Zeiten litt/leidet, das Land das mit noch so vielen Problemen zu kämpfen hat, das Land dessen Einwohner sich das Reisen auf die andere Seite der Welt meistens nicht leisten können, Kolumbien schafft es trotzdem seine Einwohner zu den Glücklichsten der ganzen Welt zu machen.

Auf der Suche nach den Gründen für die Glücklichkeit der Kolumbianer stoße ich auf einige sehr grundlegende Gedanken. Vielleicht steckt ja hinter der Aussage, dass man für sein Glück ganz alleine verantwortlich ist, doch mehr als nur eine Floskel? Und vielleicht fällt den Kolumbianern die Umsetzung dieses einfachen Grundsatzes leichter, weil sie in einem Land in dem nichts funktioniert, schon früh lernen mussten sich unabhängig von Geld und Sicherheit ihr ganz persönliches Glück zu schaffen? Vielleicht spüren wir ja auch, dass uns durch unser topreguliertes, standardisiertes, sicheres Leben, auf das wir uns alle schon seit Kindheit an verlassen, auch das Privileg genommen wurde, auf uns allein/unsere Familie gestellt über die Runden zu kommen.

Aber kann es denn tatsächlich sein, dass unser Wohlstand uns davon abhält glücklich zu sein? Wenn wir kurz darüber nachdenken über was sich unsere Gesellschaft gerne unterhält wird einiges klar.

Aber kann es denn tatsächlich sein, dass unser Wohlstand uns davon abhält glücklich zu sein? Wenn wir kurz darüber nachdenken über was sich unsere Gesellschaft gerne unterhält wird einiges klar. Ständig reden wir von Geld, das uns verloren gehen könnte, von Renten, die uns nicht mehr ausgezahlt werden könnten, von Jobs, die wir nicht bekommen könnten, von Straßen, auf die wir uns nicht mehr trauen weil wir bestohlen oder vergewaltigt werden könnten, von der Zukunft, die nicht mehr so rosig sein könnte…. Ist die europäische Angst davor Standards zu verlieren, so groß geworden, dass sie die Sorgen von Menschen, die erst gar keine Standards haben, in ihrer negativen Auswirkung übertrifft?

Ich glaube die WIN/Gallup Erhebung ist der Beweis!!

Was können wir nun aber tun, damit uns das Glück nicht entgleitet?

Lasst uns unsere Fernseher beim Fenster raus hauen und mal wieder selbst Theater machen!

Step 1 gegen die Angst und für die Leichtigkeit des Seins > Lasst uns unsere Fernseher beim Fenster raus hauen! Jetzt mal ehrlich, wohin hat uns der Kübel gebracht? Wir sind frustriert, dumm und allein…

Raus aus der Komfort-Zone!!! Lasst uns im Fluss schwimmen statt jeden Tag in der Badewanne, und im Bergsee statt im Schwimmbad. Lasst uns unser Gemüse wieder selbst anbauen (und damit still, aber effektiv, gegen die Konzerne rebellieren). Warum nicht alle Forscher sein? Lernen wir unsere Umgebung kennen, besteigen wir Berge und durchforsten wir Täler!! Man muss dafür nicht einmal weit weg. Auch daheim gibt es soviel zu entdecken! Es gibt so viele Pflanzen, die wir erkennen und kochen lernen sollten. Lässt sich vielleicht ein Heilmittel daraus herstellen? Ist ja schön und gut, dass es Medizin gibt, für Menschen die tot krank sind, aber brauchen wir die ganzen Pillen drum herum wirklich?? Wieso nicht mal Wasser trinken, zu Oma gehn und seinen Kopfschmerz dabei vergessen? Und bei Oma kann man sich dann auch gleich das Schnaps ansetzten beibringen lassen! Und das Apfelstrudel backen! Lasst uns den Ernst vergessen und lachen!! Lasst uns unser Leben würzen, und zwar nicht nur mit Salz und Pfeffer, sondern mit allem was unsre bunte Welt herzugeben hat!! Lasst uns die Vielfalt genießen!! Die Vielfalt der Geschmäcker und der Düfte, der Gefühle und die unserer Mitmenschen!

Und ja, auch wenn wirs gerne – abgelenkt von Arbeit und Vergnügen – vergessen, aber wegen der Kinder sind wir alle da. Ihnen lernen mit der richtigen Hand zu schreiben? ..aber nein! Lasst uns ihnen lernen, was wirklich wichtig ist: Stimmungen spüren, gute Freunde sein, das Wetter riechen und Ideen umsetzen!! Und wo wir schon dabei sind, eine kleine Auffrischung unserer Kenntnisse in diesen Disziplinen würde uns auch nicht schaden. Lasst uns die Gelegenheit nutzen und mitlernen! Wieso nicht mal den alleinstehenden, älteren Herrn von nebenan zum Essen einzuladen? Und wenn wir e schon in der Bäckerei sind, könnten wir ja auch was Süßes fürs Nachbarskind mitnehmen.

Nachdem ich einige Zeit in Kolumbien verbracht habe, glaube ich, dass der Schlüssel zum Glück dieses quirligen Volkes ihre Wertigkeit ist. Spaß, Familie, Gemeinschaft und Natur stehen weit vor Geld und Karriere.

Wir Europäer haben da irgendwann mal falsch abgebogen.

Unsere prallen Bankkonten.. Die haben uns ängstlich und unzufrieden gemacht.. So viel Wohlstand, dass wir uns ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen können. So viele  Möglichkeiten, dass wir uns nicht mehr entscheiden können. Und so wenig Zeit, das Leben genießen zu können.

Ich wünschte, dass wir Europäer den World Happiness Report eine Studie von vielen sein lassen würden, und uns ab jetzt aufs Wesentliche konzentrierten, nämlich, versuchen die WIN/Gallup-Rangliste empor zu klettern!

Lasst uns spürbar glücklicher werden!!

♥ oktokussi ♥

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4 Comments
  1. Hey 🙂

    ich finde einen Artikel sehr gut gelungen und das Thema an sich ist richtig interessant! Ich war leider noch nie in Kolumbien, aber du hast mich neugierig gemacht! Ich lese gerade ein Buch zum Thema glücklich sein (Sei einzig – nicht artig) – das wäre vielleicht auch etwas für dich!
    Danke für deinen Beitrag,

    alles Liebe
    Lea

    1. Hallo Lea 😀 Schön, dass dir der Artikel gefällt und ich dich neugierig auf Kolumbien machen konnte. Vielleicht kannst ja bald du mir berichten wie deine Erfahrungen im Land des Lächelns waren 😉 . Dein Buch klingt auch spannend! Einzig sein ist auf jeden Fall besser als artig 🙂 .
      Alles Liebe und bis bald!!

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