Der Löwenzahn und seine Verwendung in der Küche und als Heilmittel

Löwenzahn

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Er ist wieder überall: Der Löwenzahn! Wie wir die berühmte, gelbe Blume in der Küche und als Heilmittel nutzen können, erfahrt ihr heute bei der Oktotussi.

Ich mag es Pflanzen zu personifizieren. Beim Löwenzahn stoße ich dann immer auf einen sehr familiären Gesellen. In Gesellschaft seiner Artgenossen die Sonne zu genießen, ist genau sein Ding. Kann er das, ist alles andere nebensächlich. Seinen Kindern gibt er alle Möglichkeiten der Welt. Sie sollen mit dem Wind gehen und schauen wo es sie hinträgt. Und die Kinder machen genau das. Sie beweisen Dickköpfigkeit und Durchsetzungsvermögen im Besiedeln neuer Gebiete.

Tief verwurzelt (bis zu einen Meter!!) lebt der Löwenzahn mehrere Jahre in seiner Sippe und kriegt dabei mehrere 1000 Kinder.

Aber genug der Philosophie… 🙂

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Löwenzahn als Heilkraut

Löwenzahn ist ein bewundernswertes Heilkraut, das nicht nur in der traditionellen Kräuterheilkunde sondern auch in der modernen Schulmedizin Anerkennung findet. Während man den Tee aus den Blättern zur Durchspültherapie bei leichten Beschwerden der ableitenden Harnwege (Schmerzen beim Pinkeln) nutzt, findet der Tee aus Löwenzahnkraut mit Wurzel (vor dem Aufblühen der Pflanze geerntet) auch Einsatz bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Flatulenz, langsamer Verdauung und Appetitlosigkeit.

Löwenzahntee kann man entweder in der Apotheke kaufen oder selbst herstellen. Um ihn selbst herzustellen erntet man das Löwenzahnkraut in Blüte an einem sonnigen Tag am Morgen. Das Erntefeld sollte nicht mit Abgasen oder Spritzmitteln belastet sein. Ist man daheim mit seiner Beute angekommen, sollten dreckige Blätter gewaschen werden. Dann verteilt man den Löwenzahn auf Zeitungspapier und gibt alles an einen trockenen, warmen, aber nicht besonnten Platz. Damit die Pflanzen beim Trocknen nicht schimmeln, sollten sie jeden Tag einmal gewendet werden.

Die Löwenzahnwurzel

Die Löwenzahnwurzel ist eine der wirksamsten Naturarzneien zur Entgiftung. Sie entfernt Abfallprodukte aus der Leber, der Gallenblase und dem Blut. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Umweltgifte, die wir einatmen oder mit der Nahrung aufnehmen, oder um Abbauprodukte von Medikamenten.

Geerntet wird die Wurzel am besten im Herbst oder im frühen Frühling, weil sie dann am meisten Wirkstoffe enthält (Wurzeln geben in der Blütezeit viele Wirkstoffe an die Pflanze ab). Auch hier gilt es ein Erntefeld zu finden, das nicht mit Spritzmitteln belastet ist und möglichst keinen Abgasen ausgesetzt wird. Wer zuhause mit seiner Ernte ankommt, wascht die Wurzeln zunächst sorgfältig und schneidet sie dann in dünne Scheibchen. So können sie besser zu Tee, Speisen oder Cremes weiterverarbeitet werden.

Gespeist kann die frische, angeröstete oder panierte Wurzel werden.

Außerdem kann man aus der Wurzel Kaffee machen. Dazu nimmt man die getrockneten Wurzelstücke und röstet sie mit Zucker kurz in der Pfanne an. Dann werden sie gemahlen und zum Kaffee verkocht.

Löwenzahn für die Haut

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Löwenzahnblüten

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Löwenzahn enthält zu allem Überfluss auch noch entzündungshemmende Wirkstoffe, die bei Hauterkrankungen eingesetzt werden können. Man vermutet, dass die Wirkung auf die sogenannten Faradiole zurückzuführen ist. Faradiole sind fettlösliche Terpenalkohole, welche man auch in Ringelblumenblüten findet.

Die entzündungshemmende Eigenschaft lässt sich in Kosmetik gegen unreine Haut wunderbar nutzen. Um die Faradiole aus der Pflanze zu lösen, muss man zunächst einen öligen Auszug aus den Löwenzahnblüten herstellen. Am besten verwendet man dafür ein kleines Schraubglas, füllt es mit den vom Grün befreiten Blüten und bedeckt diese mit einem hochwertigen, kaltgepressten Bio-Öl (Arganöl hat zusätzliche kosmetische Eigenschaften, aber auch Olivenöl kann genutzt werden). Wie bereits bei Naturkosmetik mit Gänseblümchen beschrieben, wird dann das Schraubglaus auf einen Dampfeinsatz oder Sieb in einen Topf mit köchelndem Wasser gestellt. Für mehrere Stunden (bei Löwenzahnöl reichen 4 bis 5) wird nun schonend im Wasserdampf extrahiert.

Nun könnt ihr mit dem Löwenzahnöl genauso wie mit dem Gänseblümchenöl bei Naturkosmetik mit Gänseblümchen eine Tagescreme herstellen. Falls ihr eine Gänseblümchen-Löwenzahn-Ringelblumen-Tagescreme haben wollt, steht dem Mischen der Öle nichts im Wege.

Traditionell wird Löwenzahn zur Behandlung von Akne und Ekzemen verwendet. Im Rahmen der Löwenzahnkur wird dreimal täglich eine halbe Tasse Löwenzahnwurzeltee empfohlen.

Kombiniert man die Löwenzahn-Tagescreme mit der Löwenzahn-Teekur kann man der Akne also auf äußerliche, innerliche und vor allem natürliche Art und Weise den Kampf ansagen!

Löwenzahn-Sirup herstellen

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Aus Löwenzahn kann man auch lecker Sirup herstellen. Um den aber gescheid hin zu kriegen, muss man die gelben Blüten unbedingt von allem Grün befreien. Nur dann ist der Sirup anschließend nicht bitter.

Für einen Liter Sirup braucht ihr:

  • 2 Handvoll (aufgehäuft) einzelne Löwenzahnblüten (keine Blütenstände!!)
  • 2 Bio-Zitronen in Scheiben geschnitten
  • 800 Gramm Zucker
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Esslöffel Zitronensäure

Alle Zutaten außer die Zitronensäure zusammen erhitzen und kochen lassen bis der Sirup etwas eindickt. Dann abkühlen lassen. Wenn der Sirup kalt ist, die Zitronensäure dazugeben. Den Sirup mit einem Tuch bedecken und nach 3 Tagen in eine ausgekochte Sirupflasche füllen.

Fazit

Löwenzahnkraut reinigt das Blut, während Löwenzahnwurzel zudem auch die Leber und die Gallenblase reinigt. Beide sind in der Schulmedizin anerkannt, was nur soviel heißt wie, dass ihre Wirkung in Experimenten bestätigt wurde und die Arzneidrogen deshalb auch in der Apotheke gekauft werden können.

Die Wirksamkeit von Löwenzahn zur Linderung von Akne ist nicht wissenschaftlich bestätigt, aber aufgrund von entzündungshemmenden Inhaltsstoffen wie Faradiol plausibel.

Löwenzahnwurzel wird erfolgreich zur Linderung von dispeptischen Beschwerden eingesetzt. Die enthaltenen Bitterstoffe und das Inulin sind dabei die wirksamen Komponenten.

Dies war’s einmal vorerst zum lieben Löwenzahn! Falls ich auf neue Rezepte stoßen sollte, lasse ich es euch wissen 😉

In diesem Sinne, gutes Gelingen beim Sammeln, Trocknen, Kochen und Rühren!! 🙂

♥Oktokussi ♥

PS >> Alle, die mehr aus dem Meer erfahren möchten, sind herzlich willkommen auf  Oktotussis‘ Webseite oder Facebook-Seite! 🙂

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