Sanddorn – Die wilde Zitrone des Nordens

Sanddorn

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Wer sich schon mal Sanddornfrüchte nach Hause geholt hat, weiß was gemeint ist mit ‘Auf in den Kampf’. So manchen haben die großen Stacheln am Strauch schon in die Flucht geschlagen. Doch mit dem schmerzhaften Sammeln ist jetzt Schluss. Mit dem heutigen Artikel möchten wir alle Sammelfreudigen zu einem (erneuten?) Versuch ermutigen und euch neben Zubereitungsanleitungen für Sanddornelixier und Sanddornöl auch einen Trick zum einfachen Sammeln der Beeren verraten. Viel Spaß! 🙂

An sandigen Flussufern und in Dünenlandschaften sind sie derzeit zu finden: die Sanddornfrüchte. Das Sammeln der leuchtend orangen Beeren, die von September bis in den Winter hinein unsere Landschaft schmücken, zahlt sich in vielerlei Weise aus. Neben Saft, Gelee und Konfitüre, kann man auch ein kostbares Öl aus dem Fruchtfleisch herstellen. Dieses wird besonders von Naturkosmetikherstellern geschätzt.

Die Macht des Sanddorns

Sanddornbeeren werden auch die wilden Zitronen des Nordens genannt. Das hat einen guten Grund, denn die kleinen Früchtchen trumpfen mit einem erstaunlich hohen Vitamin C-Gehalt auf. Um genau zu sein, bestehen sie bis zu 1,2 % aus reinem Vitamin C. Nun weiß jedes Kind, dass Vitamin C gut für unser Immunsystem ist. Dabei wirkt es infektprophylaktisch, also vorbeugend, als auch immunsystemunterstützend im Krankheitsfall. Eine weitaus weniger bekannte Eigenschaft von Vitamin C ist die Unterstützung bei der Gewebeneubildung. Prozesse der Wundheilung, sei es der Haut als auch der Knochen, verlaufen bei ausreichender Vitamin C-Versorgung deutlich schneller.

Sanddorn kann aber noch mehr. Die Früchte enthalten neben Vitamin C auch Carotinoide, B-Vitamine und Vitamin E. Diese Inhaltsstoffe machen Sanddorn zu einem beliebten Rohstoff in der Kosmetikherstellung. Während die Carotinoide und das Vitamin E Haut und Haare vor äußeren Einflüssen wie zum Beispiel Sonneneinstrahlung schützen, sorgen die B-Vitamine für ein klares Hautbild (indem sie die Talgproduktion regulieren) und für starke und geschmeidige Haare.

Vitamin A (Carotinoide werden im menschlichen Körper zu Vitamin A umgewandelt), B und E haben natürlich auch bei Einnahme positive Auswirkungen auf den Körper. Um uns kurz zu halten: Vitamin A stärkt die Augen, Vitamin B das Nervensystem und Vitamin E ist ein hammermäßiges Antioxidans, das bei Entzündungsschmerzen helfen kann.

Sanddorn erkennen und sammeln

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Sanddorn

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Sanddorn an sich ist recht leicht zu erkennen. Zunächst mal muss man Ausschau nach einem bis zu 5 Meter hohen Busch halten, der jede Menge oranger Beeren trägt. Habt ihr einen solchen gefunden, dann schaut noch auf folgende Merkmale:

  • lange Dornen, die das Abpflücken der Beeren erschweren
  • Beeren umgeben zahlreich die Hauptzweige der weiblichen Büsche
  • ovale, orange Beeren mit kleinem Steinkern
  • kurz gestielte, lineallanzettliche Blätter, die an der Unterseite weiß-grau behaart sind

Wenn ihr sicher seit, dass ihr wirklich Sanddorn in Händen haltet (im Zweifelsfall immer ein Bestimmungsbuch verwenden!!), geht es ans Sammeln. Das ist, wie erwähnt, aufgrund der vielen Stacheln an den Zweigen, schwerer als gedacht. Doch wie versprochen, keine Angst, es gibt Abhilfe 🙂 .

Am besten ihr zieht beim ersten Frosteinbruch los. Habt ihr einen Sanddorn gefunden, dann legt ein Tuch darunter, schüttelt den Strauch einmal kräftig durch und schon fallen die durch den Frost superleicht lösbaren Beeren zu Boden. Alternativ könnt ihr auch mit der Gartenschere Zweige abschneiden, diese mit heim nehmen und einfrieren. Damit simuliert man Frost und wieder lassen sich die Beeren einfach abschütteln.

Zubereitung von Sanddornsaft

Ganz einfach lässt sich aus Sanddorn ein Saft herstellen. Zerkleinert dafür die gesammelten Beeren mit einem Stabmixer und drückt die dabei erhaltene dicke Masse anschließend durch ein Sieb.

Am besten ihr mischt den gewonnenen Saft noch mit dünnflüssigem Honig. So erhaltet ihr ein sauerlustiges Herbstelixier, das nicht nur lecker ist, sondern womöglich sogar vor der herbstlichen Erkältung bewahrt 🙂 .

Zubereitung von Sanddornöl

Aus den Sanddornfrüchten lässt sich, wie bereits erwähnt, auch Öl herstellen. Dazu nehmt getrocknete, zerkleinerte Beeren und füllt diese in ein Schraubglas bis dieses zu etwa einem Drittel gefüllt ist. Nun gebt bis zum Rand Pflanzenöl drauf. Dafür eignet sich zum Beispiel Olivenöl, Traubenkernöl oder Jojobaöl. Es sollte darauf geachtet werden, dass die gesamte Menge an Sanddornfrüchten vom Öl überdeckt ist. Ist dies nicht der Fall kann eure Kostbarkeit binnen weniger Tagen schimmeln..

Nach drei Wochen an einem dunklen, warmen Ort kann das Öl mit einem Kaffeefilter filtriert werden.

So einfach ist es und schon haltet ihr euer erstes, selbst gemachtes Sanddornöl in Händen 🙂 . Das Öl könnt ihr nun zum einen als Vitamin A und Vitamin E-reiches Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, zum anderen kann es als Wirkstoff in Cremes, Shampoos und Seifen eingearbeitet werden.

Bald wird es natürlich Rezepte zu Naturkosmetik mit Sanddornöl geben, also lasst am besten nichts anbrennen und fahrt in der nächsten freien Minute an den Strand. Es gäbe schlechteres zum Tun 😉 .

Das war’s für heute und in diesem Sinne:

♥ Oktokussi ♥

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