Der Wiesensalbei und seine Verwendung in der Küche

Wiesensalbei

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Der Wiesensalbei hat sich wieder empor gekämpft und streckt seine violetten, süßen Blüten der Sonne entgegen. Alle, die wissen wollen, wie man ihn in der Küche und als Heilmittel richtig verwendet, sind hier heute goldrichtig! 🙂

Eigentlich sollte Wiesensalbei gleich bekannt sein wie Holunder und Löwenzahn. Die violette Wiesenblume wächst nämlich genau wie ihre berühmten Kollegen fast überall in Europa und hat es, wenn man mich fragt, auch mindestens genauso drauf! Wiesensalbei-Holunder-Sirup ist nur ein Grund ihn zu lieben. Zwei andere sind Wiesensalbei-Gnocchi und Wiesensalbei-Butter. Damit auch keiner mehr eine Ausrede hat, sich nicht schnell mit dem Frühlingskraut einzudecken, gibt es heute die drei Rezepte dazu.

Bevor wir aber dazu kommen, hier ein paar Erkennungsmerkmale, damit ihr eure Körbchen auch wirklich mit Wiesensalbei füllt >>

  • wächst auf Wiesen
  • hat einen vierkantigen Stängel
  • der Stängel trägt meist ein bis drei Blattpaare, die sich gegenüber stehen
  • wie die Blätter von vorne und hinten aussehen, seht ihr auf dem Bild weiter unten
  • die Blüten stehen in Quirlen von bis zu 8 Blüten (das heißt von einer Stelle am Stängel gehen bis zu 8 Blüten ab)
  • etwa 20 Quirle (20 Stellen mit bis zu 8 Blüten) ergeben einen Blütenstand
  • hat eine für seine Familie (Lamiaceae) charakteristische Blüte mit einer stark vergrößerten Oberlippe

Um auf Nummer sicher zu gehen, vergleicht eure heimgebrachten Blüten nochmals mit Bildern aus dem Internet!

Nun aber genug der Skepsis, ich bin mir sicher ihr macht das prima und schon bald werdet ihr überall um euch Wiesensalbei sehen! Kommen wir zu den Rezepten 🙂 >>

Wiesensalbei-Holunder-Sirup

Wiesensalbeiblüten haben ein wunderschönes Aroma und machen sich besonders in der Kombination mit ein bisschen Holunder gut. Hier ein Rezept nach dem ich dieses Jahr bereits in zweiter Folge meinen Sirup kochte.

Ihr braucht für einen Liter Sirup:

  • 1 l Wasser
  • 1 kg Zucker
  • drei gute handvoll Wiesensalbei (man kann die ganzen Blütenstände verwenden)
  • zwei Holunderdolden
  • eine ganze Bio-Zitrone
  • zwei Esslöffel Zitronensäure

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  1. Kocht das Wasser mit dem Zucker und der reingepressten Zitrone auf. Sobald der Zucker verschwunden ist, lasst die Lösung wieder abkühlen.
  2. Sobald das Wasser wieder Raumtemperatur hat, gebt die Holunder- und Wiesensalbeiblüten ins Wasser. Es folgen noch zwei Esslöffel Zitronensäure.
  3. Mit einem Tuch abgedeckt soll der Sirup nun 3 Tage ziehen, bevor er schließlich abgeseiht und durch einen Kaffeefilter in eine ausgekochte Sirupflasche gefüllt werden kann.
  4. Nun geht’s ans Genießen 🙂 ! Der rosa Prinzessinensirup schmeckt mit Wasser gemischt als Saft oder als Schorle mit Sprudel und Weißwein. Er kann aber auch zum Dekorieren von Dessertkreationen verwendet werden!

Brennnessel-Topfengnocchi in Wiesensalbei-Tomaten-Butter

Das Wasser läuft euch bereits im Munde zusammen? Na dann los und raus zum Sammeln! Durch die Extraportion frische Luft, die ihr durch den Trip in die Natur abbekommt, verspreche ich, schmecken die Gnocchi sogar doppelt so gut! Für zwei große (!) Portionen als Hauptspeise wird benötigt:

  • 500 g Topfen
  • 120 g Parmesan für den Teig plus etwas Parmesan zum Garnieren des Tellers
  • 2 große Eier
  • 230 g griffiges Mehl plus Mehl für die Arbeitsfläche zum Gnocchi rollen
  • 120 g Brennesseltriebspitzen, von Stängeln befreit
  • 2 Tomaten
  • 1/2 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 50 g Butter und etwas Speiseöl
  • 5 große Wiesensalbeiblätter
  • Salz und Pfeffer

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Brennessel-Wiesensalbei-Gnocchi

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Die Zubereitung ist gar nicht so schwer, also los geht’s 😉 :

  1. Hacke Zwiebel, Knoblauch und die gewaschenen Brennnesseln klein. Dann schneide die Tomaten in Würfel. Gib alles bei Seite. Lass den Ricotta gut abtropfen und gib ihn in einen Topf.
  2. Reibe 120 g Parmesan grob klein und mische ihn zusammen mit den beiden Eiern unter den Ricotta. Würze die Masse mit einer Prise Salz und Pfeffer und menge die gesamten gehackten Brennnesseln unter.
  3. Miss 230 g griffiges Mehl ab, siebe es Schritt für Schritt zur Ricottamasse und fertige einen Teig.
  4. Auf einem Teigbrett oder Schneidebrett verteile nun reichlich Mehl. Nimm mit eingemehlten Händen den klebrigen Teig aus dem Topf, lege ihn auf die eingemehlte Fläche und rolle ihn zu Würsten mit etwa 2 cm Durchmesser. Schneide dann mit einem Messer die Würste in mundgerechte Gnocchi-Stücke.
  5. Nun erwärme Wasser, bis es sachte köchelt und gib die Gnocchi portionsweise hinein. Achte darauf, dass sie nicht am Boden ankleben und auch nicht aneinander. Wenn sie an die Oberfläche kommen, hebe sie mit einer Schaumkelle oder einem Löffel ab.
  6. Während dem Kochen der Gnocchi kannst du schon den Butter in einer Pfanne erhitzen. Gib etwa gleich viel Speiseöl dazu. Ist beides erhitzt kannst du Zwiebel und Tomaten zugeben. Achte darauf die Sauce immer fleißig zu rühren, sodass sie nicht anbrennt.
  7. Würze die Sauce mit Salz und Pfeffer und lasse sie solange auf der Flamme bis die Tomaten keine Struktur mehr aufweisen. Gib zuletzt den fein gehackten Knoblauch und den Wiesensalbei dazu. Nach etwa einer Minute nimm die Sauce von der Flamme.
  8. Sind alle Gnocchi abgehoben, gib nochmals alle zusammen für 1 Minute ins heiße Wasser. Dann siebe sie ab, gib sie zurück in den Topf und vermische sie nun mit der Sauce. Nun fehlt nur mehr das Anrichten, ein Bestreuen mit Parmesan und eventuell ein guter Blattsalat. Bon Apetit 😉 !!

Kräuterbutter mit Wiesensalbei

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Wiesensalbei-Blätter

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Wiesensalbei eignet sich auch hervorragend zum Herstellen von Kräuterbutter! Dafür hackt die Blätter einfach klein und vermischt sie mit Butter, die ihr vor zwanzig Minuten aus dem Kühlschrank genommen habt. Noch etwas Würze reinbringen mit Salz und Pfeffer und fertig ist!

Kräuter, die zusammen mit Wiesensalbei in die Butter passen:

  • Blättchen der Schafgarbe
  • junge, obere Blätter der Knoblauchsrauke
  • Bärlauchblätter

In diesem Sinne möchte ich euch für heute verlassen und ein super Gelingen beim Verarbeiten eures Wiesensalbeis wünschen!!

Aja! Und falls euch die Rezepte gefallen, lasst der Oktotussi doch einen Kommentar da, damit sie bald über alle Weltmeere hinaus bekannt werden kann 🙂 !

♥ Oktokussi ♥

PS >> Alle, die mehr aus dem Meer erfahren möchten, sind herzlich willkommen auf  Oktotussis‘ Webseite oder Facebook-Seite! 🙂

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