10 brauchbare Wilpflanzen, die im April überall zu finden sind

April

Im April gibt es wieder jede Menge Naturschätze zu finden. Einzige Voraussetzung für deren Nutzung ist, dass wir sie erkennen. Um dir das zu ermöglichen, werden heute zehn besonders häufig genutzte Wildpflanzen mit Erkennungsmerkmalen und Heilwirkung vorgestellt. 

Auf einer kleinen Kräuterwanderung in den Hügeln Wiens trafen wir auf zehn häufige Pflanzen, die jeder kennen sollte. Heute wirst du grob von ihren Anwendungsmöglichkeiten und Erkennungsmerkmalen erfahren. Am Ende des Beitrags gibt es noch ein kleines Video, in dem die besprochenen Pflanzen kurz gezeigt werden. 

Einen ähnlichen Beitrag gab es schon im März. Einige der darin vorgestellten Pflanzen kann man immer noch sammeln. Wer interessiert ist, findet den Artikel hier.  

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Sauerampfer, Spitzwegerich, SCharbockskraut

Im April schießen die Sauerampfer (Rumex) -Arten wieder in die Höhe. Die häufig vorkommenden Gesellen ergeben aufgrund ihrer feinen Säure hervorragende Suppen. Nun ist es nicht ganz einfach sich im Dschungel der Arten zurechtzufinden. In einem kurzen Beitrag wie diesem können wir sie auch nicht alle vorstellen. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Gattung sind die meist pfeilförmigen, lang gestielten Blätter, die sich an ihrem Grund (also da, wo sie in den Stängel übergehen) als Blattscheide um den Stängel legen. Alle Rumex-Arten sind in Maßen essbar. Die aromatischeren sind der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosella) und der Große Sauerampfer (Rumex acetosa). Sie haben einen sauer-zitronigen Geschmack und sind kaum bitter. ACHTUNG!! Zu viel oder regelmäßig sollte man Rumex nicht speisen. Enthaltene Oxalsäure kann in großen Dosen zu Magenbeschwerden und Erbrechen führen. Außerdem hemmt sie die Eisenaufnahme in den Körper. Ein Blanchieren der Rumex-Blätter vor der Verwendung löst Oxalsäure, aber damit auch den sauren Geschmack aus der Pflanze. 

Der Spitzwegerich (lat: Plantago lanzeolata) ist ein richtiger Wildkrautschatz! Er wird in der Naturheilkunde hoch gepriesen und seine vielseitige Wirkung ist in zahlreichen Studien bestätigt worden. Die Wirkstoffkomposition aus Schleimstoffen, Gerbstoffen, Flavonoiden und speziellen Gruppen wie den Iridoiden und Phenylethanoiden formt ein einzigartiges Spektrum an heilenden Eigenschaften. Das Kraut von Spitzwegerich wirkt hustenlindernd, entzündungshemmend, stark antibakteriell, immunstimulierend, antiallergen und entkrampfend. Eingesetzt wird es innerlich vor allem bei Atemwegserkrankungen, äußerlich bei entzündlichen Hauterkrankungen (zum Beispiel Nagelbettentzündung) und Insektenstichen. Spitzwegerich ist auch essbar, jedoch ziemlich bitter. Man erkennt ihn an den länglichen, zugespitzen Blättern, die in einer Grundrosette stehen. Diese zeigen eine deutliche Parallelnervatur mit 5 bis 7 Hauptnerven, die an der Blattunterseite hervorstehen. 

Scharbockskraut

Findet man noch blütenlose Bestände von Scharbockskraut (lat.: Ranunculus ficaria) dann kann man auch diesen häufigen Gesellen mit nach Hause nehmen und im Salat, der Kräuterbutter oder eingelegt als Antipasti genießen. Wichtig ist, dass man nur die Blättchen (ohne Blattstiel) sammelt und wirklich nur vor der Blüte. Anschließend verteilen sich in der Pflanze nämlich unbekömmliche Alkaloide, die zu Magen-Darm-Beschwerden führen können. Einen ausführlichen Artikel zu Scharbockskraut gibt es hier

Taubnesseln, Schafgarbe, Wiesenlabkraut

Das Wiesenlabkraut (lat: Galium mollugo) ist eine eher unbekannte Pflanze, die bei genauem Hinschauen aber echt häufig vorkommt. Man erkennt sie unter anderem an ihren länglichen, zugespitzen Blättchen, die in Wirteln (das heißt, alle Blättchen entspringen einer gemeinsamen Basis am Stängel) am Stängel stehen. Eine Verwechslung mit anderen Labkräutern kann leicht passieren, ist aber nicht schlimm, denn alle Labkräuter sind essbar. Man kann sie zu Pestos, Wildkräuterbutter oder -saucen und zu Spinat verarbeiten. 

Taubnesseln (lat.: Lamium) sind eine essbare Pflanzengattung von denen mehrere Arten ziemlich häufig sind. Als ersten Vertreter finden wir im März die Purpurrote Taubnessel auf unseren Wiesen. Im April folgt dann die Goldnessel im lichten Wald und die Gefleckte Taubnessel am Waldrand. Alle Vertreter sind ess- und trinkbar. Die Blättchen und weichen Triebspitzen werden zum Tee getrocknet oder kommen klein gehackt in den Salat. Aus den Blüten kann man Sirup kochen. Sie dienen auch als essbare Dekoration. Taubnesseln erkennt man an ihren Brennnessel-artigen Blättern und an ihren Blütenständen, die am Stängel etagenartig angeordnet sind. 

Taubnessel

Die Schafgarbe (lat.: Achillea millefolium) ist eine der bekanntesten und traditionsreichsten Heilpflanzen überhaupt. Es gibt Hinweise darauf, dass bereits die Neandertaler vor über 60000 Jahren mit ihr hantierten. Im April strecken sich ihre bereits im Vorfrühling erschienenen Blättchen täglich in die Länge. Jetzt bildet sich auch ihr Stängel und die Pflanze bereitet sich für ihr Aufblühen vor. Im Sommer erkennt man sie an ihren weißen Schirmblüten und im Frühling an ihren stark verzweigten Blättchen, die kaum zu verwechseln sind. Schafgarbe ist eine Bitterdroge und wird mitunter für Bitterstoffkuren verwendet. Bitterstoffe wirken verdauungsfördernd, appetitregulierend, entsäuernd und entspannend. Mehr zu ihnen erfahrt ihr hier. Aufgrund ihrer krampflösenden Wirkung findet Schafgarbentee häufig bei Menstruationsbeschwerden Anwendung. Zudem wirkt sie entzündungshemmend und leberschützend. Als Würzkraut kann man Schafgarbe gehackt in Kräuterbutter, Salatdressing oder Suppe geben. 

Brennnessel und Giersch

Die Brennnesseln (lat.: Urtica dioica und Urtica urens) erkennt wahrscheinlich jeder. Aber weiß auch jeder wie lecker sie schmecken und welche immense Heilkraft in ihnen stecken? Bereits in zwei Artikeln hat die Oktotussi sich mit dieser herausragenden Pflanze, die von Kopf bis Fuß verwendbar ist, auseinandergesetzt. Wer erfahren möchte, wozu man welche Teile der Brennnessel in der Heilkunde verwendet, sollte sich diesen Beitrag durchlesen. In einem weiteren Artikel wird die Wirksamkeit von Brennnessel bei Rheumatischen Beschwerden erklärt. Grundsätzlich wirkt das Kraut, das besonders gern im städtischen Bereich wächst, entwässernd und damit entgiftend (viel Wasser dazu trinken!), entzündungshemmend und immunmodulierend. Die Wurzel findet in der Therapie von Prostatabeschwerden Einsatz. Zu allem Überfluss schmecken Brennnesseln auch noch hervorragend – zum Beispiel als Wildspinat oder Salat (Achtung! Dafür zuerst die Brennblätter entfernen!). 

Zuletzt will noch der Geißfuß, auch Giersch (lat.: Aegopodium podagraria) genannt, erwähnt werden. Dieses schmackhafte Gewächs ist den meisten als ‚Unkraut‘  bekannt und hat bereits so manchen Gärtner zum Verzweifeln gebracht. Doch bleiben wir bei den guten Seiten des Gierschs. Das Kraut setzte man früher zur Behandlung von Gicht ein, es enthaltet viel Vitamin C und es schmeckt vorzüglich – ein bisschen nach Sellerie und Petersilie. Man verwendet es zur Bereitung von Wildspinat, Pesto oder Blattgemüsepfannen. Über die Erkennung und seine Wirksamkeit gibt es bereits einen Artikel am Blog. Was noch hinzu zu fügen ist: Neueste Studienergebnisse bestätigen eine Interaktion von Gierschextrakten mit dem Harnsäure-Stoffwechsel. Es kommt zur vermehrten Harnsäure-Ausscheidung – ein Vorgang, der bei Gicht auf jeden Fall erwünscht ist. 

Zum Abschluss gibt es jetzt noch das versprochene, kurze Video zur Kräuterwanderung, in dem du dir alle besprochenen Pflanzen nochmals genauer anschauen kannst. Viel Spaß <3

So meine Lieben, das war’s jetzt aber! Wer noch Fragen hat, darf sich gern in den Kommentaren austoben 🙂 .
 
♥ Oktokussi ♥
 
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