Mit Brennnessel gegen rheumatische Beschwerden

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Brennnessel

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Sie sticht und sie wuchert wie Unkraut, das weiß jeder. Man kann sie zu wunderbaren Spinat verarbeiten und Gerichte wie Brennnesselknödel oder Brennnesselstrudel zaubern, das wissen viele. Doch wer weiß schon, dass die Brennnessel Entzündungsvorgänge beeinflussen kann?

Die Brennnessel ist ein richtiger Vielseiter. Man könnte ganze Bücher mit Verwendungsmöglichkeiten füllen. Vom eisenhaltigen Wildspinat, zum Düngemittel, zum Frühlingselixier – in jeder Rolle macht sie ein gutes Bild. Nun hat die Brennnessel auch eine besondere Stellung in der Behandlung von rheumatischen Beschwerden, doch nur die wenigsten wissen davon.

Was ist Rheuma eigentlich?

Unter Rheuma werden etwa 200 verschiedene Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats (Knochen, Gelenke und Bindegewebe, wie Muskeln oder Sehnen) zusammengefasst. Sie alle führen zu chronischen Schmerzen und als Langzeitfolge oft auch zu Funktionsverlust im betroffenen Gewebe. Man unterscheidet entzündliche Formen, wie die Rheumatoide Arthritis, von nicht entzündlichen Formen, wie der Arthrose.

Grund für die Rheumatoide Arthritis, eine besonders häufige Form von Rheuma, ist ein fehlgeleitetes Immunsystem, das körpereigene als körperfremde Strukturen ansieht und diese deshalb zu bekämpfen beginnt. Im Zuge dieses Kampfes werden Stoffe ausgeschüttet, die die typischen Entzündungsmerkmale hervorrufen: Es kommt zu einer vermehrten Durchblutung des Gewebes und damit zur Rötung, zur Schwellung und zur Erwärmung. Außerdem schmerzt die betroffene Stelle. Da es durch die wiederkehrenden Entzündungen zu Abbauprozessen von Knorpel und Bindegewebe kommt, resultiert die Erkrankung in Bewegungseinschränkungen. In therapieresistenten Fällen oder bei schweren Verläufen kann es zur Deformation von Gelenken kommen.

Die Arthrose ist eine nicht entzündliche Form von Rheuma. Meist durch Überbelastung bedingt, kommt es hier zu einem nicht altersgemäßen Verschleiß der Gelenke und damit zu Schmerzen und Bewegungseinschränkung.

Brennnessel als Entzündungshemmer und Schmerzmittel

Sprechen wir von der Brennnessel bei rheumatischen Beschwerden, dann ist immer die Anwendung des Krautes gemeint, also aller Teile, die aus der Erde herausschauen. Lediglich die Stängel, die schon über 3 mm dick sind, werden herausselektiert. In diesen sind nicht mehr ausreichend Wirkstoffe enthalten, als dass man sie verwenden sollte.

In Brennnesselkraut ist viel entzündungshemmende Caffeoyläpfelsäure enthalten. Da die Wirkung dieses Kaffeesäureesters durch die Kombination mit anderen in der Pflanze enthaltenen Stoffen (Fettsäuren) nochmals verstärkt wird, ist die Pflanze als Naturheilmittel wirksamer, als die isolierte Reinsubstanz.

Durch die Aufnahme des Stoffgemisches kommt es im Körper zur reduzierten Einwanderung von Immunzellen in entzündetes Gewebe und zu einer verminderten Freisetzung von Stoffen, die Entzündungen vorantreiben, Schmerzen auslösen und zur Auflösung von Knorpel- und Bindegewebe führen. Selbst bei nicht entzündlichen rheumatoiden Erkrankungen kann die Brennnessel also als natürliches Schmerzmittel und zum leichten Schutz vor weiterem Verschleiß helfen.

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Brennnesselbild

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Die Brennnessel in der Schulmedizin

Aufgrund der gut erforschten Wirkung, sei es im Reagenzglas als auch beim Menschen, ist Brennnesselkraut eine von der Schulmedizin anerkannte Heilpflanze. Wird sie von Rheumapatienten täglich eingenommen, können Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit verbessert werden. Außerdem müssen viele Betroffene durch die Brennnesseltherapie nur mehr einen Teil der vorher eingenommenen, entzündungshemmenden Synthetika einnehmen, was zu einer gesteigerten Lebensqualität (weniger Nebenwirkungen) führt.

Brennnessel als Entgifter

Brennnesselkraut ist nicht nur entzündungshemmend, sondern auch entgiftend. Der hohe Gehalt an Mineralien (Kalium, Kieselsäure, Eisen..) führt zu häufigerem Wasserlassen. Bei ausreichendem Trinken kann man also den Körper ordentlich durchspülen. Dies transportiert ungünstige SW-Produkte schneller ab. Inwieweit dies das Entzündungsgeschehen beeinflusst ist noch nicht geklärt.

Tee oder Spinat oder..?

Zu guter Letzt stellt sich die Frage, wie man das Kraut am besten einnimmt, um von seiner entzündungshemmenden Wirkung zu profitieren. Hier muss enttäuscht werden. Ein Tee wäre natürlich die einfachste Lösung, doch in diesen gehen die entzündungshemmenden Stoffe leider nur begrenzt über.

Am wirksamsten ist ein Mus aus gedämpften Brennnesselblättern. Tagesdosis sollten etwa 4 Esslöffel sein. Wem das zu anstrengend ist, der kann auch auf Brennnesselfrischpflanzenpresssaft aus der Apotheke umsteigen.

Natürlich ist auch das Kochen mit Brennnesseln eine Option. Dazu gibt es sogar bereits ein Rezept von der Oktotussi (Brennnessel-Topfengnocchi in Wiesensalbei-Tomaten-Butter). Jeden Tag Brennnesselspinat wird aber wahrscheinlich recht schnell fad.

Der Tee wirkt hauptsächlich entgiftend. Er sollte bestenfalls zehn Minuten ziehen. Tagesdosis sind 8 bis 12 Gramm.

Gibt es noch andere Anwendungen von Brennnesseln bei Rheuma?

Auf jeden Fall! Die bekannteste ist wohl das Einreiben entzündeter Gelenke mit alkoholischem Brennnesselextrakt. Zwar vertretet die Schulmedizin diese Anwendung nicht, aber viele Rheumatiker schwören darauf.

Eine seltenere Radikalanwendung ist das Auspeitschen betroffener Stellen mit frischen Brennnesselzweigen. Dies klingt jetzt zwar zutiefst barbarisch, doch das Brennen wechselt angeblich nach kurzer Zeit in eine wohlige, angenehme Wärme rund um das Gelenk. Es gibt sogar ein Therapieschema zum Brennnesselpeitschen. Für drei Tage soll die Anwendung einmal pro Tag erfolgen. Dann gibt es eine Pause von drei Tagen und wer nicht genug davon bekommen kann, beginnt wieder von vorn.

Mit dieser skurrilen Abschiedsinformation (hat jemand von euch schon Erfahrung mit dem Brennnesselpeitschen?) sagt die Oktotussi für heute Adieu!

♥ Oktokussi ♥

PS >> Alle, die mehr aus dem Meer erfahren möchten, sind herzlich willkommen auf Oktotussis’ Webseite oder Facebook-Seite! 🙂

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